„Ich finde Krise gut.“
Das sagte eine Studentin in meinem Vortrag vor 35 Deutschland-Stipendiat*innen der Josef-Wagner-Stiftung in Friedrichshafen.
Mein Thema:
„Was tun, wenn Krisen die neue Normalität sind?“
Ich hatte gefragt: Wer von euch mag Krisen? Sie meldete sich – und sagte auf meine Nachfrage: „Eine Krise bricht Altes auf. Dann kann Neues beginnen.“ Eine kluge Haltung. Und genau die Haltung, die Unternehmen und Führungskräfte heute brauchen. Denn die multiplen Krisen sind keine Episoden, nach denen die gewohnte Normalität zurückkehrt. Der transformierende Veränderungsdruck bleibt – für die Unternehmen und jeden Einzelnen.
Drei Muster sehe ich dabei immer wieder:
1️⃣ Reagieren statt ausrichten.
Krisenmanagement läuft im Ausnahmemodus, bis es erneut brennt. Wer jedoch das ganze Unternehmen auf „Krise ist die neue Normalität“ ausrichtet, gewinnt Flexibilität und die Zeit, die andere ins Feuerlöschen investieren.
2️⃣ Verteidigen statt aufbauen.
Viel Energie fließt ins Bewahren des bestehenden Geschäftsmodells – in Strukturen und Prozesse, die gestern funktioniert haben. Diese Energie fehlt für Innovationen.
3️⃣ Widerstand statt Anpassung.
Resilienz wird oft als „durchhalten“ missverstanden. Notwendig sind aber Adaption und Flexibilität – und die Weiterentwicklung von Kompetenzen und Mindset der Mitarbeitenden.
Die entscheidenden Fragen:
❓Wie wird unser Unternehmen krisenfest – nicht nur für die nächste, sondern für eine dauerhafte Krisensituation?
❓Welche Einstellung und Kompetenzen befähigen die Mitarbeitenden, Veränderung als Chance zu erkennen und zu nutzen?
❓Was davon ist im Unternehmen schon vorhanden?
❓Was davon fehlt bei Ihnen gerade am meisten?
📷 Die Stipendiaten*innen erhielten mein aktuelles signiertes Buch „SCHEISS AUF DIE KRISEN! Für ein gutes Leben in unsicheren Zeiten.“
